Für die Kinder





Für die ganz Kleinen

Nr. 3

Einige Lektionen der Tempelbauer sind schwer zu verstehen für euch. Deshalb wollen wir uns heute eine Geschichte anhören, die uns allen gefallen wird. Wir alle lieben Geschichten und werden heute eine hören. Vorher wollen wir uns aber eine Minute still verhalten und jemandem einen lieben Gedanken senden.
Hat einer von euch je daran gedacht, wie gut Vater und Mutter tagtäglich zu euch sind; sie kaufen euch warme Kleider und etwas Gutes zum Essen und lehren euch gut und freundlich zu sein, und zwar in der Schule, zu Hause, zu euren Freunden, zu jedem Menschen und allen Dingen mit denen ihr zu tun habt.
Wusstet ihr, dass ein Junge oder Mädchen, die zu einem Hund, zu den Vögeln oder sogar zu einer Fliege freundlich und sanft sind, wenn sie ihnen begegnen, auch zu Hause und zu den Freunden freundlich sind?
Durch gute Taten, die wir gerade den kleinsten Geschöpfen Gottes erweisen, können wir selbst wirklich groß werden. Wahre Größe ist das einzige, wonach wir verlangen. Sie ist es, durch die wir einen Menschen neben uns glücklich machen können. Wenn man zum Beispiel der Schwester ein schönes Spielzeug gibt statt es selbst zu behalten, oder eine kleine Pflanze gießt, damit sie nicht verwelkt.
Einstmals war hier auf Erden – so beginnt jetzt unsere Geschichte – ein großer Lehrer. Er war groß, weil er alle Menschen und alle Dinge liebte wie sich selbst. Er liebte die kleinen Kinder und sagte uns, dass wir wie die Kindlein sein müssen, wenn wir ins Himmelreich kommen wollen. Er liebte die Vögel, Blumen, Bäume, Tiere,  Steine; und wenn er lehrte, sprach er oft über verschiedene Dinge in der Natur.
Wir sollten die Natur gut beobachten und stets naturverbunden sein, denn sie ist ein großer Lehrer, und wir können viel von ihr lernen. Wir alle lieben die Natur,  nicht wahr? Wir freuen uns sehr über den Gesang der Vögel und das Murmeln des Baches, oder wir liegen gern im frischen Frühjahrsgras.
Doch lasst uns eine Geschichte hören über Einen, der euch und mich liebte, der sanft und gütig war und auch die Natur liebte.
Eines der sanftesten Tiere kennen wir vielleicht alle. Es ist das Schaf, es ist einfältig, zutraulich und sanft. Von allen Tieren kommt es in seiner Art einem kleinen Kind am nächsten. Habt ihr schon gehört, dass von Menschen als von Gottes Schafen gesprochen wird?
Der große Lehrer, von dem wir erzählten, dachte an uns alle als wären wir Kinder. Er dachte zärtlich an uns, wie wir an ein Lamm denken, das auf dem Feld herumspringt.
Jesus – das war der Name des Lehrers wird oft der gute Hirte genannt. Wenn ihn seine Freunde fragten, was sie für ihn tun könnten, gab er zur Antwort: „Weidet meine Schafe“. Wir glauben, dass er uns damit meinte, als er das sagte. Aber wir glauben auch, dass er meinte, wir sollten auch gut sein zu den wirklichen Schafen, die wir alle kennen, und zu allen Geschöpfen und Dingen, wenn sie auch noch so klein sind. Wir können sogar einen Stein liebevoll in der Hand halten, denn wir wissen, dass er zum Bau eines schönen Hauses gebraucht werden kann. Wir können ihn als Bruder oder Schwester betrachten, weil er mithilft, das Haus zu bauen, das uns vor Regen und Winterkälte schützt.
Es gibt ein Bild, das von einem Künstler namens Plockhorst gemalt wurde. Darauf sehen wir, wie freundlich der Hirte ist, wie er ein kleines Lamm in seinen Armen trägt und wie die Schafe dicht hinter ihm sind. In seiner Hand hält er einen Hirtenstab. Wenn die Schafe an eine gefährliche Stelle kommen, berührt er sie mit dem Stab und bringt sie dahin zurück, wo sie sicher sind. Vor langer Zeit, als es viele Hirten gab, befanden sich Hunderte von Schafen auf demselben Feld. Jeder Hirte kannte seine eigene Herde, und die Schafe kannten ihren Hirten. Wenn der Hirte rief, kamen seine Schafe angelaufen, denn sie kannten seine Stimme.
Auch der gute Hirte auf dem Bild kennt seine Schafe. Wir gehören zu ihnen, und wenn er ruft, horchen wir auf seine Stimme. Man hört seine Stimme oft nur in uns wie ein leises Flüstern, das uns sagt, was richtig ist. Manchmal hören wir sie auch in den freundlichen Worten der Spielgefährten und Freunde. Sie ist immer freundlich und will uns immer helfen, das Rechte zu tun. Wenn wir diese Stimme hören wollen, müssen wir selbst sanft, freundlich und gehorsam sein wie die Schafe, die auf dem Feld weiden.
Wir wollen uns ansehen, wie einfach der Hirte gekleidet ist, keine Schuhe an seinen Füßen, obgleich der Boden steinig ist. Er versorgt seine Schafe und braucht keine vornehme Kleidung. Die Steine verletzen seine Füße nicht, denn er denkt nicht an sich selbst.




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