Thema des Monats







Schulden
Zusammengestellt aus TL von Annegret Liebig, März 2017

Liebe Tempelgeschwister, liebe Freunde,
SCHULDEN entstehen dadurch, dass etwas in uns zum ständigen Wachstum antreibt. Uns wird darum ein Lehrstoff vorgesetzt, den wir noch nicht beherrschen. Wir tasten uns heran durch „trial and error“, und so entstehen zunächst eine Menge Fehler, wir können sie auch SCHULD oder SCHULDEN nennen, bis wir begriffen haben, was und wie wir lernen sollen.
Immer müssen wir unsere momentanen Grenzen, unsere Begrenzungen, überschreiten, um uns zu entwickeln. Wir müssen also auch wagen, Fehler zu machen, SCHULD oder SCHULDEN auf dem Weg zu akzeptieren, zu erkennen und uns die Mühe machen, sie zu überwinden und das Gelernte dann auch anzuwenden.
In der Belehrung „Befähigung zur Schülerschaft“ wird uns am Beispiel von Mutter Maria und Maria Magdalena erklärt, dass das Lebensdrama die Aufgabe hat, uns von der ursprünglichen passiven Reinheit von Schuld zur wissenden und aktiven Reinheit zu führen und zwar durch gelebte Erfahrung. (TL B. 1, Nr. 4, S. 17)

Auf diesem Weg wiegt „Eine einzige erfolgreiche Anstrengung … tausend Fehlschläge auf. Jede bestandene Prüfung bringt euch der schließlichen Vollendung näher.“ (TL B. 3, Nr. 89, „Charakter“, S. 337)

Doch nicht nur mit unseren FEHLSCHLÄGEN müssen wir geduldig sein, sondern auch und vor allem mit denen der Nächsten. Auch sie sind nur Lernende.
„Ihr seid FEHLERN anderer gegenüber nicht immer so nachsichtig, wie ihr sein solltet. Die Linien zwischen euch werden dadurch verknotet. Das ist zwar zum großen Teil die Wirkung vergangener Inkarnationen, aber es ist etwas, das überwunden werden muss. Wenn einer von euch, sobald er von einem anderen verwundet oder verletzt wird, mit vollkommener Aufrichtigkeit sagen kann: Es muss etwas in mir selbst sein, was diese Worte in meinem Bruder oder meiner Schwester hervorgerufen hat – dann hat er eine Schlacht gewonnen, und das wird ihm auch in Zukunft zugute kommen.“ (TL B. 7, Nr. 335, „Angebot und Nachfrage“, S. 1143/4)
„Häufig wird in verächtlicher Art von den weltlichen Weisen erklärt, dass die Meister diese oder jene Person nie brauchen köntnen, weil sie sich irgendeines großen Verbrechens gegen die Gesellschaft SCHULDIG gemacht habe und deshalb von den Reinen und Heiligen nicht gebraucht werden könne. Ich will jetzt diese ungerechtfertigte Behauptung nicht weiter erörtern. Wäre dem so, könnte kein einziger Mensch in der Welt jemals von uns als Werkzeug verwendet werden, denn alle sind gleichermaßen SCHULDIG, und im übrigen ist das nur eine Frage der geringeren oder größeren Anzahl von Verkörperungen. Wahr ist, dass sich nur diejenigen zur Schülerschaft eignen, die durch geistige Erleuchtung einen Punkt erreicht haben, wo sie in Ruhe die Höhen und Tiefen des Lebens (ihre Lernerfahrungen) vorüberziehen lassen können.“ (TL B. 1, Nr. 4, „Befähigung zur Schülerschaft“, S. 15/6)

„Die Natur verabscheut eine Leere“. Wenn jemand aus seinem eigenen aurischen Zentrum einen bestimmten Grad von Kraft der soeben erwähnten Art (des Angriffes) aussendet, so schafft er in diesem Zentrum zeitweilig eine Leere. Hierdurch entsteht eine ansaugende Kraft, die aus der Aura des Angegriffenen genau denselben Betrag jener Kraft anzieht, die er ausgesandt hatte. Diese Kraft mag bisher in dem Angegriffenen geschlummert haben, sie lenkt nun aber von anderer Seite auf den Angreifer einen entsprechenden Rückschlag. Dann beginnt das Gesetz des Ausgleichs zu wirken, und ob er will oder nicht: er muss dem anderen Teil etwas von seiner eigenen Substanz geben, wodurch allein die Wirkung der gelegten Ursache aufgehoben werden kann. Er sendet eine böse, negative persönliche Kraft aus; er zieht eine unpersönliche, vergeltende Kraft an, welche die geschaffener Leere ausfüllt, und muss dann von dem Besten, das in ihm ist, einen vollen Ausgleich für das, was er dem anderen geraubt hat, zurückzahlen. Das ist ein Ergebnis der Tätigkeit des unwiderruflichen dreifachen Gesetzes des Ausgleichs.
Die Tatsache, dass die Endergebnisse der Tätigkeit dieses Gesetzes nicht sofort zu sehen sind, dass kein unmittelbarer Verlust an Gesundheit oder Geld und Gut entsteht, ist von keiner Bedeutung. Im göttlichen Geist gibt es keine Zeit. Anderes fälliges Karma besserer Natur mag zunächst ausgetragen werden müssen, ehe die vollen Ergebnisse der von üblen Kräften belebten Worte offenbar werden.“ (TL B. 2, Nr. 78, „Klangschwingungen“, S. 293)

Wir müssen nicht nur für unsere SCHULDEN bezahlen, sondern auch für das Recht, ein höheres Leben zu wählen. „Weder eine Rasse oder ein Daseinsreich noch die darin lebenden Dinge und Wesen - seien es Menschen, Tiere, Pflanzen oder Mineralien - können sich zum nächstfolgenden Grad über den am Ende der Rassenperiode erreichten Entwicklungsstand erheben, ehe die SCHULDEN der Rasse durch Blutvergießen getilgt sind, d. h. durch Hingabe ihrer körperlichen Hüllen. Nur so können die Werte der Erfahrungen, welche die Moleküle, aus denen die Hüllen bestehen, miterlebt haben, sich ihnen einprägen, was durch Berührung mit den geistigen Lebenskräften einer höheren Daseinsebene geschieht. …
Wer sich von einer feststehenden Lebensform trennt, um ein Ideal zu verwirklichen, muss den Preis seiner Loslösung bezahlen, und er bezahlt ihn dadurch, dass er eine Form oder einen Zustand seines bisherigen Lebens aufgibt, sei es buchstäblich sein Blut oder eine höhere Art von Lebenskraft-Trägern, die in seinem Gemüt oder seiner Seele verkörpert sind. Die nach ihm kommen, werden durch sein Opfer in demselben Maße gewinnen, wie ihm das Opfer anderer ein Segen wurde. Er selber aber, das Ego, der wahre Mensch, wird zum empfindenden Leben zurückkehren und an dem Erfolg teilhaben, an dem er durch sein Opfer schaffend mitgewirkt hat.“ (TL B. 3, Nr. 135, „Blutopfer“, S. 504/5)

Aber: „Nicht durch die Auflösung ihrer Schuld gelangt sie (die Seele) zur Freiheit; denn keine Handlung des Menschen kann ungeschehen gemacht werden, es sei denn durch die Überwindung jeglicher Schwäche und schlechten Eigenschaften, die für das Verbrechen verantwortlich waren und für das Weh und Leiden, welches die emporsteigenden Wogen der Seelenerinnerung offenbaren.“ (TL B. 4, Nr. 146, „Seelenerinnerung“, S. 544)
„Das Gesetz des Karma erzwingt die Begleichung jeder SCHULD, für oder gegen den Wunsch, der zur Tat antrieb. Aber auch das Gesetz des Karma kann eurer spirituellen Größe, bildlich gesprochen, keinen Zentimeter hinzufügen oder wegnehmen. Und diese Größe hängt davon ab, bis zu welchem Grad sich der Geistkörper die Attribute Gottes einverleibt hat. Diese besonderen Eigenschaften sind es, die etwas dem Charakter des Geistselbstes, wie man sagen könnte, hinzufügen oder wegnehmen.
Es gibt im geistigen Körper, den das Ego erbaut, sozusagen Vakua, durch die die Substanz dieser Eigenschaften angezogen und festgehalten wird. Sie formen gleichsam die Verbindungsglieder, welche die Grenzlinie, die Geist vom Stoff trennt, ausmachen. …
Rebellion, Anarchie, Furcht und Zweifel haben nichts mit den Eigenschaften Gottes gemein. … Beglichene SCHULDEN (dagegen) hinterlassen Vakua, eine Leere, was das physische Selbst betrifft, und in diese Vakua kann die geistige Kraft oder Substanz einfließen, die wir die Eigenschaften Gottes nennen.
Das vollkommen gewordene geistige Selbst steht über und jenseits von Karma (denn es hat nichts mehr zu begleichen). ES IST EINS MIT GOTT.“ (TL B. 7, Nr. 377, „Die Dinge, die zählen“, S. 1266/7)

Wie immer in Liebe mit euch auf dem Weg
Eure Annegret