Der Tempel der Menschheit

Rundbrief aktuell

Rundbrief aktuell


Rundbrief Nr.101 vom 01.08.2017


Liebe Tempelgeschwister, liebe Freunde,

haben wir uns auf diese vom Meister Hilarion aufgeführten Zustände hin entwickelt?


Herzliche Grüße,
Euer TB Manfred.



                                                                                     Bereitschaft
                                                            Nr. 137 — veröffentlicht im Februar 1913

Schier sträflich sind Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit des größeren Teils der weißen Rasse im Hinblick auf ihre der¬zeitige Wehrlosigkeit und ihre unzureichenden Pläne für die ihr nötig erscheinende Verteidigung. Das ist ein Zustand, der nur bei einer durch Selbstsucht und Selbstbewunderung verblende¬ten Rasse zu finden ist, der zwangsläufig mit der Vernichtung dieser Rasse enden muß, sobald die Stunde der nächsten zykli¬schen Rassenumwälzung schlägt (und sie muß ziemlich bald schlagen). Nur ein weltweites Erwachen aus diesem Zustand und eine gemeinsame, entschiedene Anstrengung kann diese Vernichtung vermeiden helfen, indem sie jene Fehler beseitigt, die von schlechten Erziehungsmethoden herrühren. Diese Fehler wurden trotz Prophezeiungen, Gleichnissen, Warnungen und Beschwörungen gemacht, die von Kanzeln, Rednertribünen und in literarischen Veröffentlichungen erklangen oder dort, wo das Licht der Erkenntnis zum Durchbruch kam. So blicken die den¬kenden Menschen heute entsetzt auf die sich abzeichnenden Entwicklungen.
Krampfhafte Anstrengungen, die von der einen oder anderen Seite gemacht werden, um zwischen den Völkern einen Frie¬denspakt zu schließen, werden sich als fruchtlos erweisen. Auch könnten solche Anstrengungen erst dann von Erfolg begleitet sein, wenn alle, die es angeht, gemeinsam das geistige Wissen erlangen und anwenden könnten — die geistigen und seelischen Kräfte, die bis jetzt nur von wenigen wahrgenommen werden.
Im Scheitelpunkt einer Rassenperiode setzt der göttliche Impuls des zyklischen Gesetzes gewisse Elementalkräfte in Tätigkeit, welche jene Rassen vernichten, die ihre Gelegenhei¬ten nicht voll ausgenutzt haben, und schließlich dient die bei der Zerstörung der einen Rasse erzeugte Energie zum Aufbau einer neuen. So widerspruchsvoll es scheinen mag, zum Ver¬nichten bedarf es desselben Betrages an Lebenskraft wie zum Erschaffen.
Die gelben und die braunen Rassen haben den Besitz einer göttlichen Macht behalten, die sie in anderen Zeitaltern und Verkörperungen erworben hatten, die Kraft der Konzentration. Nicht einmal ihre spätere Erniedrigung mit ihren Verlusten konnte sie dieser Fähigkeit ganz berauben. Das Wissen vom Besitz und von den Anwendungsmöglichkeiten dieser Macht wird die dynamische Kraft hinter ihren Kriegsplänen in irgend¬welchen Kämpfen mit der weißen Rasse sein.
Die große Mehrheit der weißen Rasse hat die Beweise für eine solche Macht der braunen und gelben und früher auch der roten Rasse nicht beachtet und sie vernachlässigt oder unter¬schätzt, selbst wenn solche Beweise sich der Beachtung auf¬drängten und man wußte, welche Kraft, Ausdauer und Gering-schätzung physischer Schmerzen, ja selbst des Lebens daraus erwachsen. Einer der Beweise für den Besitz dieser Kraft ist die Hingebung an Volk und Rasse, und diese Hingebung wird das Ideal hervorbringen, welches der konzentrierten Anstrengung und der weisen Lenkung der Energie zugrunde liegen muß, die jetzt beim Aufbau, bei der Ausrüstung und Ausbildung ihrer Armeen verwendet werden, Dieser Kraft, die früher dazu be¬nutzt wurde, natürliche Wünsche und Lebensfunktionen zu un-terdrücken und zu beherrschen sowie magische und psychische Phänomene hervorzubringen, wird jetzt die entgegengesetzte Richtung verliehen, und man möchte fragen, welche Vorkeh¬rungen die weiße Rasse getroffen hat, diesen Kräften zu be¬gegnen, wenn sie in vernichtender Absicht gegen sie geschleu-dert werden.
Es wäre ein schwerer Irrtum, wollte es jemand für seine Pflicht halten oder als entschuldbar betrachten, mit einem Men¬schen des anderen Geschlechts und einer fremden Rasse eine intime Verbindung einzugehen, nur weil prophezeit wurde, daß solche Verbindungen später einmal unvermeidbar sein würden.
Der große Nutzen, den man aus einer Prophezeiung ziehen kann, liegt in der Möglichkeit, kommende Ereignisse vorherzu¬sehen und die nötige Vorsorge zu treffen, um für die plötzlich hereinbrechenden, damit im Zusammenhang stehenden Verän¬derungen gerüstet zu sein. Je näher das Ereignis heranrückt, desto schneller geschehen die Veränderungen, und diese ma¬chen sich unweigerlich im Leben jener Menschen bemerkbar, die von den schattenhaften Umrissen des Geschehnisses beein¬druckt werden. Es sind dies die Männer und Frauen, die intuitiv sehen und fühlen, daß sich auf inneren Tätigkeitsebenen weit¬reichende Ereignisse zutragen. Doch ohne besondere Führung oder prophetisches Wissen vermögen sie nicht, das Ausmaß dieser Ereignisse zu erfassen und ihre eigenen Gelegenheiten zu ergreifen, um so ihre Kräfte zusammenzuhalten, ihren Ge¬sichtskreis zu erweitern und die Kraft der Ausdauer zu stärken, indem sie beharrlich in den Angelegenheiten des täglichen Le¬bens Konzentration üben und erkennen, daß jede Arbeit, die der Ausführung wert ist, besser getan werden kann, wenn man sein Bewußtsein unentwegt darauf richtet.
Die ungeheure Energievergeudung in nutzlosen Worten, die Vergnügungssucht, der Verlust an Lebenssäften, die Jagd nach unnormalen Beschäftigungen mit nachfolgender Ernüchterung und Gehirn- und Nervenerschöpfung untergraben rasch das sitt¬liche, geistige und physische Erbe, welches die jetzige weiße Rasse von kraftvolleren Vorfahren übernommen hat Auf diese Weise werden Konzentration der Willenskraft und Heiligkeit der Absichten unmöglich gemacht, welche allein die zur Erfül¬lung einer großen nationalen Aufgabe oder die für Schutz und Fortdauer einer großen Rasse nötige Lebensenergie erwecken können.
Die weit verbreitete Annahme, nur eine Rasse weißer Haut¬farbe könne überragende Macht besitzen, entstammt blindem Egoismus und ist eine weitere, fortschwärende Ursache für die Gleichgültigkeit der weißen Rasse, die jetzt auf der Höhe ihrer Macht steht. Es ist jedoch eine Tatsache, daß die zyklische Ge¬legenheit für den raschen Aufstieg der gelben und der braunen Rassen nahe bevorsteht, und nichts wird die schließliche Vor¬herrschaft dieser Rassen während kommender Jahrhunderte verhindern außer der Verschmelzung der erwähnten drei Rassen und der hieraus hervorgehenden Geburt und Entwicklung einer neuen Menschheit, der schon lange prophezeiten sechsten Rasse.
Epochen der Menschheitsgeschichte, wie ich sie erwähnte, hinterlassen bei ihrem Erlöschen nach einer ausgedehnten Zeit¬dauer höchstens Legenden und Mythen, nicht aber verläßliche Berichte in den Händen der großen Masse. Die einzigen ver¬bürgten Berichte über solche Zeitabschnitte sind in den Händen der Eingeweihten und werden derart sorgfältig aufbewahrt, daß Uneingeweihte keinen Zugang dazu haben.
Zu gewissen feststehenden Zeiten wird den dann lebenden Rassen das für sie notwendige Wissen von den Eingeweihten mitgeteilt, welches der Hierophant des Grades der Weißen Loge, der diese Berichte in Verwahrung hat und während der fraglichen Periode die führende Macht ist, dazu bestimmt. Wenn die Rasse die Mitteilung nicht annehmen und beachten will, muß sie die Folgen ihrer Gleichgültigkeit oder Halsstarrig¬keit tragen. Während des letzten halben Jahrhunderts wurde über die Menschheit des jetzigen Zeitalters ein wahrer Strom solcher Kenntnisse und Mitteilungen ausgegossen. In einzelnen Fällen wurde das anerkannt und verwertet, aber die weltweite Begeisterung und Anstrengung, der Impuls, die Woge eifrigen Bemühens, welche sich erheben und zu solcher Höhe anschwel¬len sollte, daß Irrtum, Sorglosigkeit und Selbstzufriedenheit jener überwältigt worden wären, denen das Wissen verliehen wurde — diese Woge hat sich kaum gerührt, und die Zeit flieht.
Das Leben ist bestenfalls ein beständiger Kampf, und es be¬steht ein unberechenbarer Unterschied darin, was für ein Impuls und Zweck den Sturmbock in Bewegung setzt, die Streitäxte schärft oder die Kugeln abschießt. Symbolisch und buchstäblich werden die Oberbefehlshaber, die Schützen, die Art der Waffen und Männer und Frauen den Schluß der Geschichte erzählen, und sie alle sind auf die einer Rasse innewohnenden Kräfte der Konzentration und Hingebung angewiesen — jene beiden Fä¬higkeiten, welche die weiße Rasse bis zum jetzigen Augenblick noch nicht genügend entwickelt hat. Wo ist der Mensch, der das Wort spricht oder die Abhandlung schreibt, wodurch die Lebens-, woge begeisterter Anstrengung in Bewegung gesetzt wird?











Share by: